eBetriebsrat

Blogerfahrung 2. Teil

Posted on: 11. August 2009

Schon wähnte ich mich in Sicherheit, die ersten Hürden beim Veröffentlichen von eigenen Artikeln im neu eingerichteten Betriebsratsblog wären erfolgreich gemeistert, da droht von unerwarteter Seite Ungemach.

So wurde mir von einer BR-Kollegin heute nahegelegt, das Bloggen einzustellen. Die Begründung, meine Einträge führten zu Unruhe in der Belegschaft, manche unter den KollegInnen wollten diese nicht, und fühlen sich dadurch belästigt. Dem stehen 609 Zugriffe seit dem 26. Juni 2009, das bedeutet täglich 13,23 Aufrufe des Blogs im Schnitt gegenüber, und das bei 15 in diesem Zeitraum von mir veröffentlichten Artikeln (bei 55 Kolleginnen), eine an sich erfreuliche Bilanz, so weit so sonderbar, denn 20 KollegeInnen haben bereits den Newsletter eingerichtet.

Hätte mich Kritik seitens unserer Geschäftsführung erreicht, ohne, dass sich dafür inhaltlich in meinen Artikeln irgendein sachlicher Anhaltspunkt hätte finden lassen können, darauf wäre ich vorbereitet gewesen. Aber Kritik von jener Seite, für die ich diesen Aufwand betreibe, denen ich Kommunikation anbiete und für die ich da sein will, das tut weh!

Noch haben sich meine Kritiker nicht aus der Deckung gewagt, keine(r) von ihnen ist offen an mich herangetreten, um mir seine (ihre) Kritikpunkte darzulegen, die mich nämlich wirklich interessiert hätten!

Denn, neben Einträgen zu Beginn, unser Betriebsratswahlergebnis betreffend, diverser Gratulationen zu verschiedenen Anlässen, einer Anleitung in Sachen Bloggen und Blogroll, Überlegungen zum Umgang mit der Wirtschaftskrise und einem persönlichen Bericht vom Besuch einer Ausstellung, kann ich mich nicht erinnern, bewusst Widerspruch provoziert, jemanden beleidigt, oder sonst wie verunglimpft zu haben.

Mein Resumée:
Wer im BetriebsratsBlog nichts lesen will, muss ja nicht abonnieren, wer abonniert hat, kann wieder stornieren, darf sich hinterher aber nicht beklagen, vom Betriebsrat keine Informationen erhalten zu haben – wer sich belästigt fühlt, ist selber Schuld, denn jeder entscheidet täglich aufs Neue, welche Informationen er an sich heranlässt.

Sollte es an meinem, manchen als zu barock erscheindendem Schreibstil liegen, er ist gerne eingeladen, dies in einem Kommentar Kund zu tun.

Es gibt jedoch auch viele positive Reaktionen von KollegInnen, die mich bestärken, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Klar ist, wer sich, auf welchem Wege auch immer exponiert, muss lernen mit Widerspruch und Kritik zu leben. Positiver Kritik stehe ich auch jederzeit gerne offen gegenüber. Wenn als Triebfeder für Kritik jedoch Gefühle wie Neid, Eifersucht und Missgunst herhalten, oder einfach persöniche Animosität der Anlass ist, da verschließt sich für mich jeder Zugang zur Diskussion.

Warum ich diesen Beitrag hier im eBetriebratsBlog veröffentliche und (noch) nicht im eigenen für die Belegschaft, zum Einen, weil ich nicht Öl ins Feuer gießen möchte, und weil ich auf Erfahrungsberichte von euch Kollegen, und von Christian hoffe!

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10 Antworten to "Blogerfahrung 2. Teil"

puh, Hans, ich danke Dir mal für diesen Eintrag und besonderen Dank, dass Du das eBetriebsrat-Blog so nutzt.

bin schon neugierig, wie sich das weiter entwickelt und werde das jedenfalls wo immer möglich in die Debatte einwerfen, was wir so zu erwarten haben, wenn wir zu bloggen beginnen.

ps: kannst Du eigentlich sicher sagen, ob das eine „Privatmeinung“ ist? Ob das aus einer Richtung mit Bezug zur GF kommt oder ob das eine Mentalitätsfrage ist, die sich hier äußert?

Puh, ich bin der Hans, tut aber nichts zur Sache, will aber gerne versuchen, die Ursprünge der Kritik festzumachen! Jene Kollegin, die mir die Info gesteckt hat, ist neu im Betriebrat, von einer anderen Liste und ich vermag es nicht zu beurteilen, welchen Anteil sie selbst am Verbreiten dieser Stimmung hat, womöglich betrifft es nur einen kleinen Teil der Belegschaft, die sich durch mich nicht vertreten sehen wollen? Trotzdem, Kritik muss sachlich bleiben?!?

puhpuh, sorry Hans, weiß auch nicht, was ich mit den Vornamen hab, mit den vierbuchstabigen ;-(

dein Lois
😉

Das kommt mir ziemlich bekannt vor, dass sich KollegInnen angeblich belästigt fühlen, Anlass ist austauschbar: Kritik statt Anfragen in der Betriebsversammlung, Stellen von Anträgen, Abstimmung verlangen, Flugblatt verteilen, Aufhängen einer Information auf dem Betriebsratsbrett (falls mensch nicht der Mehrheitsfraktion angehört), verschicken von Info-E-Mails, und jetzt eben Blogs.
Stets heißt es: Für sowas haben wir keine Zeit, das wollen die Kollegen nicht, sie fühlen sich dazu belästigt, werden verunsichert, ma n schüre Unmut etc.
Und stets sind es gutmeinende KollegInnen der Mehrheitsfraktion.
Und in all den Jahren hat sich erwiesen: die lügen und lügen und lügen!
Daher nicht verunsichern und einschüchtern lassen! Sie sind schwächer als sie tun!
Alles Gute und viel Erfolg!!!!
Wolfgang

.. solche Reaktionen kenn ich noch aus der Zeit, da wir versicht haben per Mail an die KollegInnen heranzukommen und uns dabei des internen Verteilers bedient haben – weil von der Belegschaft immer die Kritik gekommen ist, von euch (BR) hört und sieht man nichts – jene, die die Mails bekommen haben waren dann „überfordert“. Ich hab mir, zwar in einem anderen aber vergleichbaren Zusammenhang, die Worte meines Direktors zu Herzen genommen der gemeint hat jetzt mit „gesteigerter Normalität“ weiterzumachen sei die adäquate Antwort.
Und in diesem Sinne gratuliere ich dir zu deinem Blog, der wenigstens Reaktionen hervorruft, anstatt den Hang zur Bedeutungslosigkeit zu bekommen. lass dich nicht verunsichern!

Alles Gute und viel Erfolg
stefan

…gieße ruhig ein bißchen Öl ins Feuer, dann brennt´s wenigstens ordentlich.
An Deine Kollegin der gute Tip, einer der Vorteile des Blogs ist die Möglichkeit Ansichten einem größeren Forum mitzuteilen, sie möge nicht zögern.
Wenn Dein Blog Meinungen polarisiert – herzlichen Glückwunsch, können nur wenige von sich sagen!
Also weiterhin viel Erfolg
Peter

..kann mich deinem Resümee nur anschliessen. Ausserdem, denke ich, sollte die Mehrheit eben demokratisch entscheiden. Aus deinem Eintrag in diesem Blog kann ich entnehmen dass die meisten Kollegen, vermutlich fast alle, von deinem BR Blog begeistert und einverstanden sind. Also, weiter so und lass dich von einzelnen Irrläufern nicht beirren. Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen elektronischem Posten und Betriebsratsbrett in Betrieben? Also, weiterhin viel Erfolg
Gruss, Klaus

Habt alle vielen Dank für eure aufmunternden Kommentare. Natürlich werde ich weitermachen, schon auch deshalb, weil sich nun herausgestellt hat, dass die Kritik gar nicht wirklich stattgefunden hat, sondern von besagter BR-Kollegin inszeniert wurde, womit ihr mit euren Beiträgen voll ins Schwarze getroffen habt! So war es nicht die Sorge um belästigte KollegInnen, die besagte Betriebsrätin zum Handeln aufrief, sondern viel mehr die Sorge, ein Betriebsratskollege könnte durch diese Veröffentlichungen zu viel Raum einnehmen, also doch wieder nur Missgunst, Neid und Eifersucht, Beweggründe von denen sich leider allzu viele Menschen in ihrem Handeln leiten lassen! Schade.

[…] Blogerfahrung 2. Teil Kein “Sommerloch” mehr […]

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die Firmenleitung hat eine Betriebsversammlung der Schindler Aufzüge Wien nur in der Freizeit der Mitarbeiter erlaubt, andernfalls – während der Arbeitszeit – wir den M;itarbeiter mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht!
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