eBetriebsrat

Maulkorb für MitarbeiterInnen – Heul nicht! Sag was!

Posted on: 20. Februar 2012

Vor ein paar Tagen ist diese Schlagzeile an mir vorbeigehuscht, „neuester standard: maulkorb für mitarbeiterInnen„. Ups, gleich hängen geblieben und angeklickt. Ein Blogbeitrag von Freund Bernhard Jenny, seines Zeichens selbst Unternehmer und als solcher neben seinem anderen wichtigen Blog auch über Unternehmenskommunikation bloggend. Und hier bezieht er klar Stellung.

es war einmal eine welt. in der war alles so, wie es sich kleinmäxchen oder kleinangelika so vorstellten. wir sind die chefs, wir haben das sagen, unsere mitarbeiterInnen haben das maul zu halten. und in der öffentlichkeit sprechen nur wir für das unternehmen. nur wir.

So leitet Bernhard seinen Blogartikel ein, unmissverständlich ironisch und sarkastisch den Punkt treffend. So denken nämlich wirklich viele „Chefs“.

Bernhard ist da nicht nur dezidiert anderer Meinung, obwohl selbst Unternehmer. Er geht einen guten Schritt weiter. Dass viele so denken und ein Fallbeispiel dieser Arroganz es einmal in die Medien geschafft hat, das ist ihm sogar das Schreiben und Publizieren eines Blogartikels wert, um diese Haltung von Chefs und Chefinnen zu kritisieren. Das macht er öffentlich, im Internet.

Und das passiert viel zu selten. Das ist leider nicht selbstverständlich. 👿

Heul nicht! Sag was!

Lanu und ich haben für das «Soziale Bewegungen und Social Media» Handbuch einen eigenen Beitrag für das Fallbeispiele-Kapitel geschrieben. Der Beitrag hat den gleichen Titel wie das Blog Lanus: Heul nicht! Sag was!

Der Beitrag schließt damit:

Uns muss viel klarer werden: wenn Betriebsrät_innen pauschal Websites verboten werden und Arbeitnehmer_innen ebenso pauschal jede Äußerung im Netz über ihre Arbeit untersagt sein sollte, dann hätten diese Bedingungen nichts mit liberalen Demokratien und modernen Rechtsstaaten zu tun. Arbeitnehmer_innen müssen im Internet im Gegenteil viel präsenter und auf viel mehr Ebenen präsenter werden, bis diese Präsenz selbstverständlich ist und das Recht nicht mehr in Frage gestellt wird.

Davor gibt es nicht nur eins sondern mehrere Fallbeispiele von Konflikten zwischen Arbeitgebern in ihrem Kontrollbedürfnis und ArbeitnehmerInnen, die in einem immer zugänglicheren, das Leben immer mehr durchwebenden World Wide Web selbstverständlich auch immer sicht- und hörbarer werden.

Podiumsdiskussion zu Repression von ArbeitnehmerInnen im Web

Zum diesem Themenkomplex fand beim #sbsmCamp im Oktober eine interessant besetzte Podiumsdiskussion statt, moderiert von Werner Drizhal vom GPA-djp Bildungsblog. Mitdiskutieren Claudia Kral-Bast von der GPA-djp, Andreas Skowronek aus Deutschland (und Autor dieses Blogeintrags) sowie Christian Pischlöger, der lange Zeit das Betriebsratsblog von Austroport geführt hat.

Die Aufzeichnung der Diskussion:

Das war im Oktober 2011 und seit etwas mehr als einer Woche gibt es auch noch ein weiteres Video zu „Heul nicht! Sag was!“. Hier handelt es sich um den zweiten Teil eines Vortrags zum Buchprojekt im metalab, nicht in der Ton- und Bildqualität wie oben, aber immerhin dokumentiert und für die einen oder anderen vielleicht ganz interessant, brauchbar oder Anlass für einen Kommentar …

Die Aufzeichnung des Vortrags:

ps: hier im eBetriebsrat-Blog ist fast ein Jahr kein Beitrag erschienen. Das war so nicht geplant, war so nicht ausgemacht und ist nicht erfreulich. Das Buch, auf das oben hingewiesen wurde und von dem ihr sicher schon mitbekommen habt, das ist mittlerweile seit einem halben Jahr draussen und ich sollte jetzt wieder etwas mehr Zeit haben. Ihr könnt mich aber gerne mit Kommentaren zusätzlich motivieren, hier wieder mehr Bewegung reinzubringen. Und ihr könnt euch gerne melden und Gastbeiträge beisteuern! 😉

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6 Antworten to "Maulkorb für MitarbeiterInnen – Heul nicht! Sag was!"

leider erst sehr spät entdeckt, anscheinend wieder ein fall eines verpassten maulkorbs in form eines eingestellten betriebsratsblogs: http://scahygienebr.wordpress.com/2011/11/22/einstellung-diese-blogs/

aufschlussreich auch die ergänzung im impressum (http://scahygienebr.wordpress.com/impressum/):
„Dieser Blog wurd 3 Jahre lang ohne eine Beanstandung betrieben! Jeder kann sich denken was er will !
Und wenn die Kämpfer gegen das Unrecht besiegt sind, so hat das Unrecht noch lange nicht recht.“

traurig und: q.e.d.

nimmst du kontakt zum br auf?

[…] Hier wird in mehreren Diskussionen die Courage etwas zu tun thematisiert. […]

Auf Druck unserer „Prätorianer“ (Unterschriftenliste) musste ich vorige Woche zähneknirschend 2 Artikel unseres BR-Blogs für die Öffentlichkeit sperren, weil man sie als rufschädigend bezeichnete. Dabei hatte ich die Schilderung der vielen Missstände bei uns ohnehin in ein Märchen verpackt…ich lass‘ mich aber nicht unterkriegen und werde mich weiter echauffieren!

Liebe Andrea,
erstens und zu aller vorderst: Danke!
Für deinen Mut, Einsatz und diesen Kommentar.

Zweitens, du weißt eh, du kannst gerne auch hier – also außerhalb eures BR-Blogs – Artikel und Beiträge veröffentlichen; eine Blogvorstellung und/oder einen Bericht von den hier angedeuteten Rahmenbedingungen und Schwierigkeiten.

lg
chr.

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